Arbeitslebensphasensensible Innovationskulturen

Infolge des demografischen Wandels werden im Bereich innovationsorientierter Entwicklungstätigkeiten (Hardware-, Software- und Produktentwicklung) eine Verschärfung des Fachkräftemangels und eine zunehmende Alterung der Belegschaften erwartet. Bereits heute sind in vielen der entwickelnden Unternehmen Altersdurchschnitte von deutlich mehr als vierzig Jahren verbreitet. Angesichts des steigenden Innovations- und Wettbewerbsdrucks sind zunehmend mehr High-Tech-Unternehmen mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Beschäftigten trotz hoher Leistungs- und Flexibilitätsanforderungen im Projektgeschäft dauerhaft innovativ und arbeitsfähig erhalten zu müssen. Dabei wird immer deutlicher, dass es nicht genügt, das Augenmerk nur auf ältere Beschäftigte zu richten: Um die Innovations- und Arbeitsfähigkeit von hoch qualifizierten Mitarbeitenden zu sichern, müssen Maßnahmen entwickelt werden, die für alle Beschäftigten wirkungsvoll sind und dabei auch ihre persönliche Arbeits- und Lebenslage berücksichtigen.

Das Vorhaben "Arbeitslebensphasensensibles Personalmanagement als Innovationstreiber im demografischen Wandel (PInowa)" soll dazu beitragen, neue Konzepte eines arbeitslebensphasensensiblen Personalmanagements zu entwickeln, im Hinblick auf die Förderung der Innovationsfähigkeit zu evaluieren und zu verbreiten.

Das Teilvorhaben des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen wird sich dabei schwerpunktmäßig mit der Entwicklung innovations- und gesundheitsförderlicher Teamkulturen beschäftigen. Ziel ist es dabei, in Teams oder Projektgruppen Potenziale bzw. Hemmfaktoren zu identifizieren, die die Innovations- und Arbeitsfähigkeit der Teammitglieder beeinflussen. Dazu werden in einem ersten Schritt die vorherrschenden Arbeitskulturen untersucht sowie innovationsförderliche und -hemmende Faktoren ermittelt. Darauf aufbauend werden mit den Teams sowohl Gestaltungsmöglichkeiten für die Einzelnen als auch Teamlösungen erarbeitet, mit denen die Arbeits- und Innovationsfähigkeit im Team insgesamt verbessert werden kann. Parallel dazu sind Innovationswerkstätten mit Unternehmensvertretern (z.B. aus dem HR-Bereich, dem Management, dem Betriebsrat und einzelnen Teammitgliedern) geplant, in denen ausgehend von den Ergebnissen der Analyse Ideen entwickelt werden, wie das Unternehmen zu einer Verbesserung der Innovationsleistung der Beschäftigten beitragen kann.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es entstehen den Kooperationsunternehmen keine Kosten für die Arbeiten des Instituts (z. B. für Honorare oder Reisen). Die teilnehmenden Firmen tragen lediglich ihre eigenen Kosten: Personalaufwände entstehen in der Analyse und Gestaltungsphase.

In der Analysephase sind Gruppen- bzw. Einzelinterviews mit Vertretern aus zwei Teams (Dauer: 90 min) und betriebliche Experteninterviews (ca. drei Personen, Dauer: 60 min) geplant.
In der Gestaltungsphase sollen einerseits Workshops mit den zuvor analysierten Teams/ Projektgruppen stattfinden. Diese werden ca. 4 Stunden in Anspruch nehmen und dienen dazu, mit den Teammitgliedern konkrete Veränderungen im Arbeitsverhalten und der Teamorganisation anzustoßen. Die Innovationsworkshops auf der Organisationsebene andererseits werden ca. 2,5 Stunden dauern. Besondere Wünsche im Hinblick auf die Ausgestaltung der Zusammenarbeit (z. B. die Bearbeitung weiterer, damit verbundener Fragestellungen, oder die Ausweitung der Analyse auf weitere Beschäftigtengruppen) können im Rahmen des Vorhabens und seiner Zielsetzung berücksichtigt werden.